angewandte kunst

Wolfgang Flad (*1974, lebt/arbeitet in Berlin) kennen wir nun seit über 10 Jahren. Einige erinnern sich sicherlich noch an seine Ausstellung „Disperson“ im Jahr 2010 und alle kennen die große Holzskulptur „Ja Rot“, welche die erste Arbeit in unserem Skulpturenpark war.
Im August 2014 begannen dann die gemeinsamen Planungen für die alte Zirbenstube der art-lodge. Einerseits sollte der Charme der alten Holzstube unverändert bleiben, andererseits sollte es mehr Kunst in den alten Hallen geben. Keine leichte Aufgabe für den angefragten Künstler und die Auftraggeber. Angewandte Kunst – Wolfgang hat mit dieser Arbeit seine erste „angewandte“ Installation geschaffen und konfrontiert uns mit dem Diskurs über das Verhältnis von Gestaltung, Gebrauch und Inhalt, wohl wissend, dass der Anspruch, der daraus resultiert, die Frische seiner Idee für ein besitz- und be-essbares Kunstwerk fördert. So begegnen wir fortwährend einem zentralen Problem: die Dynamik statisch darzustellen. Tatsächlich finden sich das Ereignis und die Geste von Entstehung, Wachstum und Vergehen verlangsamt oder sogar zum Stillstand gekommen in den Strukturen, den biomorphen Formen und den Oberflächen der Leuchtskulpturen „chandeliers“, den Wandarbeiten und der Theke „counter“ wieder.

Bekannt geworden ist Wolfgang in den letzten Jahren vor allen Dingen durch seine Skulpturen: biomorphe Formgebilde, die wie im Fluss ihres organischen Wachstums erstarrt wirken. Einfache und dennoch sehr konkrete Materialien. Geschredderte und als Pappmaché weiterverarbeitete kunsttheoretische Texte verdeutlichen und karikieren die immerwährende Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte und ihren aktuellen Diskursen und haben Einzug in die Stube genommen. Die organischen Formen und die malerisch behandelte Oberfläche der Theke und der Lichtskulpturen stehen im extremen Kontrast zu den geometrischen, hoch glänzend beschichteten Kanten der Tische und der Rückwand der Bar. Ein optischer Genuss!

Wolfgang Flads Arbeiten sind unter anderem in folgenden öffentlichen Sammlungen vertreten: Kunstmuseum Stuttgart, Kunsthaus Zürich, Centraal Museum Utrecht, Tampa Museum of Art.